Wenn Handwerker die Steuern ausbessern

 

 

Vierfache Steuerhilfe für den Haushalt,

Gut Betuchte können auf 5.200 Euro pro Jahr kommen

Wer sich in seinem Privathaushalt von anderen gegen Entgelt helfen lässt, der kann einen Teil seines Aufwandes gegen seine Steuerzahlung an das Finanzamt aufrechnen. Das heißt: Die Aufwendungen werden nicht lediglich vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen, sondern mindern unmittelbar die an sich zu zahlenden Steuern. Dabei handelt es sich um „haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse“, um „haushaltsnahe Dienst­leistungen“ sowie um Arbeiten von Handwerkern in den eigenen vier Wänden.

Das Gesetz sieht vier verschiedene Möglichkeiten vor, den Fiskus zu beteiligen:

  1. Wer in seinem Haushalt eine Hilfe auf 450-Euro-Basis beschäftigt, bei dem ermäßigt sich die Einkommensteuer um 20 Prozent seines Aufwandes, maximal allerdings nur um 510 Euro im Jahr. Dieser Betrag wird schon dann erzielt, wenn das Monatssalär der Teilzeitkraft gerade mal 200 Euro beträgt, weil auch die darauf (vom „Arbeitgeber“ in Höhe von 12 Prozent des Verdienstes) zu zahlenden Abgaben „Aufwand“ sind.
  2. Wird in einem Privathaushalt allerdings ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis ausgeübt (wofür mehr als 450 Euro monatlich an Verdienst aufgewendet werden müssen), so beträgt der abzugsfähige Betrag zwar nur 12 Prozent – das aber bis zu 2.400 Euro im Jahr. Auf diese Weise kann ein Arbeitsverhältnis mit bis zu 20.000 Euro Jahresverdienst steuerwirksam genutzt werden (12 % von 20.000 € = 2.400 €).
  3. Haushaltsnahe „Dienstleistungen“ werden von Dienstleistern erbracht, die in keinem Arbeitsverhältnis zum Privathaushalt stehen, also selbstständig sind. Hier geht es um die professionelle Reinigung der Wohnung/des Hauses, um Gartenarbeiten, den Hof fegen, Schnee räumen, Wäsche bügeln, Fenster putzen, Anstreichen und Tapezieren sowie um die Mithilfe bei Umzügen bis hin zur Zubereitung von Mahlzeiten. 20 Prozent der dafür gezahlten Beträge können Olaf Scholz in Rechnung gestellt werden – maximal 4.000 Euro im Jahr, die bei einem Gesamtaufwand von 20.000 Euro erreicht sind.
  4. Schließlich können auch in Privathaushalten durchgeführte Handwerkerleistungen (nur Arbeitslohn) die Steuern mindern: bis zu 1.200 Euro im Jahr (bei mindestens 6.000 € Aufwand). Dazu zählen nicht nur die neue Badeinrichtung, sondern auch Reparaturen, die in der Wohnung zum Beispiel am Fernseher, dem Kühlschrank oder der Waschmaschine vorgenommen worden sind. Zusammen mit den haushaltsnahen Dienstleistungen können gut Betuchte so bis zu 5.200 Euro pro Jahr unmittelbar von der Steuerschuld herunterrechnen.

In jedem Fall wird die Steuersparbüchse nur dann geöffnet, wenn der Steuerzahler Überweisungsbelege oder Kontoauszüge vorlegen kann. Denn nur unbare Zahlungen dürfen steuermindernd anerkannt werden, „Bares ist Wahres“ zählt nicht. (Eine Ausnahme bilden lediglich die Minijobberinnen und Minijobber, die steuerwirksam auch „bar“ bezahlt werden können.) Erfreulich ansonsten: Die Belege sowohl für die haushaltsnahen Dienstleistungen als auch für die Handwerkerleistungen müssen nicht mit der Steuererklärung dem Finanzamt eingereicht werden. Es genügt, sie für „finanzamtliche Rückfragen“ bereitzuhalten.

Dass die Steuerspargeschenke nur denjenigen zugute kommen, die tatsächlich Steuern zahlen, versteht sich. Viele Rentner sind deshalb davon ausgenommen. Wer nichts an den Staat überweist, der kann nichts von ihm „zurückbekommen“…

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