Unfallkosten steuerlich geltend machen

 

Auch Umwege wegen eines leeren Tanks sind erlaubt

Schnee, Eis und Eisregen führen auch bei Arbeitnehmern mit ihrem Pkw zu selbstverschuldeten Verkehrsunfällen. Die Kosten dafür können beim Finanzamt steuerlich geltend gemacht werden, wenn sie auf der Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, während einer Auswärtstätigkeit oder einer anderen betrieblichen Fahrt entstanden sind.

Wenn Schnee und Eisglätte zu einem Unfall geführt hat, steht regelmäßig die Schadenregulierung an. Dabei haben diejenigen Glück im Unglück, deren Malheur auf einer beruflich bedingten Fahrt, zum Beispiel auf dem Weg zur oder von der Arbeit passiert ist. Sofern der Arbeitgeber diese Kosten nicht (steuerfrei) erstattet, können sie den erlittenen Schaden zumindest steuermindernd geltend machen.

Bedingung für die Anerkennung der Unfallkosten als abzugsfähige Werbungskosten ist, dass der Unfall als Folge einer beruflich veranlassten Fahrt verursacht wurde. Daran fehlt es, wenn sich der Unfall auf einem privat veranlassten Umweg ereignete. Es muss sich entfernungsmäßig nicht um die kürzeste Strecke handeln, aber die gefahrene Strecke muss – wenn es nicht die kürzeste ist – im Vergleich dazu verkehrsgünstiger sein. Eine gut ausgebaute Umgehungsstraße kann auch anerkannt werden ohne verkehrsgünstiger zu sein, wenn sie zuverlässiger erscheint, weil zum Beispiel keine oder nur wenige Ampeln vorhanden sind. Umwege sind dann nicht schädlich, wenn Arbeitskollegen mitgenommen werden oder eine Tankstelle aufgesucht wird, weil sonst der Restweg zur Arbeitsstelle „in Gefahr“ wäre. Alkohol darf natürlich nicht im Spiel gewesen sein. Ein polizeiliches Aufnahmeprotokoll oder eine schriftliche Zeugenaussage können aus „Beweissicherungsgründen“ hilfreich sein.

Der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine: Absetzbar sind die Reparaturkosten, Auslagen für die Selbstregulierung, die Selbstbeteiligung in der Kaskoversicherung, Schäden an privaten Gegenständen, Aufwendungen für Gutachter, Anwalt und Gericht sowie sonstige Auslagen, die im Zusammenhang mit dem Unfall anfallen. Bei einem Totalschaden oder bei einem Bagatellschaden, der nicht repariert wird, kann eine „Absetzung für außergewöhnliche technische Abnutzung“ (AfA) geltend gemacht werden.

Redaktion: Karl-Hermann Leukert

 

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