Krankenakte: Hund!

Fast jeder zweite Hund kommt unters Messer

von Maik Heitmann und Wolfgang Büser

Nach einer aktuellen forsa-Studie kommen die Haustierbesitzer in Deutschland durchschnittlich auf zwei bis drei Tierarztbesuche pro Jahr. Für eine Operation an einem Hund zum Beispiel werden dabei inzwischen von fast jedem zweiten Besitzer mehr 500 Euro bezahlt.

 

Bei einem Kreuzbandriss bei einem Hund beispielsweise ist eine Operation oft unumgänglich. Inklusive Röntgen, stationäre Unterbringung nach dem Eingriff und Nachbehandlung kommen da schnell Kosten von mehr als 3.500 Euro auf die Halter zu, die sie meist aus eigener Tasche tragen. Denn die überwiegende Mehrheit (83 Prozent) hat keine Krankenversicherung für ihr Tier abgeschlossen.

 

Viele tragen das Risiko selbst

 

Während die Haftpflichtversicherung für Hundehalter Normalität und in vielen Bundesländern inzwischen gesetzlich vorgeschrieben ist, schließen viele Tierhalter in Deutschland eine Tierkrankenversicherung nicht ab. Sie sehen bei ihrem Vierbeiner keine Risiken (24 Prozent) oder wollen die Kosten für den Tierarzt lieber selbst tragen (43 Prozent). Dabei gehören regelmäßige Besuche beim Tierarzt auch für deutsche Hundebesitzer zur Tagesordnung. Fast die Hälfte aller Hundebesitzer gehen zwei bis drei Mal pro Jahr mit ihrem Tier zum Veterinärmediziner, 17 Prozent sogar mehr als dreimal. Dabei fallen für die Mehrheit der Hundebesitzer (55 Prozent) Kosten zwischen 100 und 500 Euro pro Jahr an. Der Aufwand für eine Operation kann aber deutlich höher sein. In Einzelfällen ist durchaus mit Kosten von 4.000 bis 5.000 Euro zu rechnen

 

Eine Tierkrankenversicherung funktioniert prinzipiell genauso wie eine Krankenversicherung für Menschen. Im Krankheitsfall kommt die Versicherung für die Kosten auf, die dem Halter durch Tierarztbesuche, Untersuchungen und Nachsorge entstehen. Dabei muss nicht unbedingt ein Komplettschutz gewählt werden. Tierhalter können aussuchen, was genau versichert werden soll. Sie haben die Möglichkeit, eine Police abzuschließen, die sämtliche Kosten trägt, die im Zusammenhang mit der Vorsorge und der Behandlung stehen – wie zum Beispiel Kosten für Impfungen, Wurmkuren und anderen vorsorglichen Maßnahmen. Es kann auch nur der Krankheitsfall abgesichert werden. Ebenso kann eine separate Operationsversicherung abgeschlossen werden. Natürlich gibt es das alles auch in „Kombination“.

 

Wie groß das jeweilige Risiko ist, dass ein Versicherungsfall eintritt, muss jeder Tierhalter selbst entscheiden. Gerade Zuchttiere werden in der Regel versichert, da sich eine langwierige Behandlung heftig in der Geldbörse bemerkbar machen kann. Doch auch für Tierbesitzer, die nicht züchten oder einer sportlichen Aktivität mit dem Tier nachgehen, könnte sich die Tierkrankenversicherung lohnen.

 

Die Beiträge für Tierkrankenversicherungen richten sich unter anderen nach der Haltung des Tieres, bei Katzen zum Beispiel, ob es sich um eine Wohnungskatze oder einen „Streuner“ handelt – und nach den zu versichernden Risiken. Wesentlich sind zwei Faktoren:

  • Rasse: Bei Hunden wird zwischen Rasse und Schulterhöhe unterschieden, bei Katzen zwischen Rasse und Aufenthalt des Tieres.
  • Alter: Die Unternehmen versichern nur Tiere, die ein bestimmtes Alter noch nicht erreicht haben. Auch ganz junge Tiere lassen sich noch nicht versichern. Üblicherweise müssen Hunde und Katzen mindestens acht Wochen alt sein.

 

Die Leistungen der Anbieter unterscheiden sich im Wesentlichen bei den Summen, die pro Krankheitsfall erstattet werden sowie bei der Selbstbeteiligung. Bei einigen Produkten sind Impfungen nicht mitversichert oder können nur mit Zusatzbeitrag eingeschlossen werden.

Manche Anbieter machen den Impfpass zur Voraussetzung dafür, dass das Tier überhaupt versichert werden kann, beispielsweise die Allianz. Dafür kann dann allerdings sogar eine homöopathische Behandlung versichert werden.

Operations-Versicherung

Die Operations-Versicherung ist im Beitrag wesentlich günstiger als die allgemeine Tierkrankenversicherung. Versichert sind nur Kosten, die entstehen, wenn der Vierbeiner aufgrund eines Unfalls oder wegen einer schweren Krankheit tatsächlich operiert werden muss.
Ausführliche Informationen zum Thema samt Tarife-Vergleichs finden Sie unter www.test.de/thema/tierkrankenversicherung

 

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