Bei Ferrari sieht Finanzamt rot

 

 

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Steuerlich ist die Luxusmarke nicht immer mehr wert

von Maik Heitmann und Wolfgang Büser

Ferrari ist jedermann ein Begriff. Auch wenn die Fahrzeuge des italienischen Automobilherstellers für Sportwagen und Formel 1-Fahrzeuge nicht von jedermann gefahren werden können. Im kommenden Jahr feiert die Firma ihren 70. Geburtstag. 1947 wurde sie vom ehemaligen Rennfahrer Enzo Ferrari geründet. Die deutsche Hauptniederlassung ist in Wiesbaden.

Die, die sich in Deutschland eine solche Nobelkarosse leisten können, bewegen sich meist nicht im Mittelfeld der Gesellschaft. Und dennoch müssen sie sich bisweilen auch mit den Problemen herumschlagen, die „normale“ Autofahrer, Steuerzahler oder Versicherte haben. Eine Auswahl:

Das aktuellste Urteil kommt aus Baden-Württemberg und ist vom dort ansässigen Finanzgericht entschieden worden.

Ein Zahnarzt fuhr mit seinem Ferrari „zwecks Patientenakquise“ regelmäßig zu Autorennen. Er beabsichtigte, das Fahrzeug steuerlich voll als Geschäftsauto anerkannt zu bekommen. Zunächst die Leasingraten und später – nach dem Kauf – sollte die im Preis enthaltene Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend gemacht werden.

Das Finanzamt bremste den Mann aus und erkannte nur einen „angemessenen Anteil“ an, den es schätzte. Und das zu recht, so das Gericht. Der Repräsentationsaufwand sei „unangemessen hoch“. Das gelte erst recht, wenn das Fahrzeug laut Fahrtenbuch überwiegend für Fahrten zum Steuerberater und zu Fortbildungen genutzt worden ist. Die Fahrten zu den Autorennen als „Maßnahme zur Akquise von Patienten“ wurden nicht anerkannt. Es seien für die Absetzbarkeit stets die Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen, also die Größe des Unternehmens, die Höhe des Umsatzes und des Gewinns sowie die Bedeutung und Üblichkeit des Repräsentationsaufwands für den Geschäftserfolg. (AZ: 1 K 3386/15)

Ähnlich erging es einem Tierarzt, der die vollen Kosten für seinen geleasten Sportwagen als Betriebsausgabe vom steuerpflichtigen Einkommen abziehen wollte. Der Fall ging bis zum Bundesfinanzhof (BFH), wo der Veterinär schließlich verlor. Der BFH argumentierte, dass sich ein „gewissenhafter Unternehmer“ keinen Ferrari (hier mit 400 PS) leiste. Zwar sei dem nicht per se eine repräsentative (und damit berufliche) „Eignung“ abzusprechen. Für einen Tierarzt jedoch mit Kleintierpraxis sei er unangemessen und steuerlich nur bedingt absetzbar. Der Tierarzt durfte statt der geforderten knapp 30.000 Euro jährlich nur zwei Euro pro gefahrenen dienstlichen Kilometer abziehen. Das machten hier in einem Jahr, für das ein vollständiges Fahrtenbuch vorlag, 140 € aus. (AZ: VIII R 20/12)